03
Feb

Friesenanzeiger / Küstenschnack Spendenaktion 2020


Ambulanter Hospiz-Dienst Husum und Umgebung e.V.
Unterstützung für die Kindertrauergruppe

Gegründet wurde der Verein im September 2000 dank des Engagementes von 16 Ehrenamtlichen. Gemeinsam setzten sie sich das Ziel, Bedingungen zu schaffen, dass schwerstkranke und sterbende Menschen ihre letzte Lebenszeit würdig, selbstbestimmt und weitgehend schmerzfrei verbringen können - möglichst in ihrer vertrauten Umgebung. Heute übernehmen 43 ehrenamtlich qualifizierte Hospizbegleiter in betroffenen Familien Lebens- und Sterbebegleitung. Die hauptamtlichen Koordinatoren Kerstin Hansen-Ruppenthal und Peter Knöfler führen unter anderem Palliativberatungen durch, Karina Hagedorn ergänzt die Einsatzleitung. In Trauergruppen und Einzelbegleitung werden nicht nur Erwachsene sondern insbesondere Kinder intensiv betreut.

"Wenn jemand stirbt, ist meist jeder mit sich beschäftigt, da werden die Kinder mit ihren Fragen, Sorgen und Ängsten oft alleine gelassen. Sie leiden still vor sich hin. Wir haben schon früh das Dilemma um die schwächsten Familiienmitglieder erkannt und aufgegriffen. Unsere Kindertrauergruppe trifft sich regelmäßig, um miteinander Trauer zu teilen und wieder Anker und Licht im Miteinander finden zu können. Jedes Kind hat den Verlust eines Familiienmitgliedes erfahren. Gemeinsame Rituale geben ihnen die Möglichkeit, ihre Gedanken und Gefühle mitzuteilen. Zusammen wird gebastelt, gemalt, gespielt und gegessen - auch das Toben auf dem Spielplatz und Ausflüge gehören zum Programm. Vor Ausbruch der Pandemie wurden zwölf Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 18 Jahren von uns begleitet," erklärt Karina Hagedorn, die auch seit acht Jahren das Schulprojekt "Hospiz macht Schule" betreut und erfolgreich etabliert hat.

Inzwischen musste der Verein seine Arbeit Corona-bedingt enorm einschränken. Aktuell finden die Beratungen telefonisch statt, persönliche Gespräche unter Einhaltung aller Hygienevorschriften.
"Es ist eine schwierige Zeit. Abschiede ohne Teilhabe, Beerdigungen mit wenigen Trauernden. Natürlich soll niemand alleine sterben. Daher übernehmen wir weiterhin Sterbebegleitungen. Wir hoffen auf eine baldige Rückkehr zu einer gewissen Normalität," so Karina Hagedorn. Getragen wird die Arbeit des Vereins durch den ehrenamtlichen Einsatz, durch Spenden und Mitgliederbeiträgen. Für den Fortbestand der wichtigen Arbeit ist man auf jede Unterstützung angewiesen - und freut sich auch über neue Mitglieder.

 Text und Foto wurden uns freundlicherweise von Raina Bossert zur Verfügung gestellt.

Slackline, Feuerkorb, Klangschale, Bücher und Spiele: Karina Hagedorn (r.) freut sich mit Anke scäfer über die spenden für die Kindergruppe.